Thomas l'Etienne

Thomas L'Etienne

... spielt Klarinette, Tenorsaxophon & Altsaxophon

Thomas l‘Etienne wurde als Spross einer Familie russischer, französischer und deutscher Herkunft in Hamburg geboren. Schon früh entdeckte er seine Liebe zur Musik. Er begann die Gitarre zu spielen und versuchte sich, treu seiner Herkunft, auf der Balalaika.
Sein Lieblingsinstrument wurde aber schnell die Klarinette, die er 1971 autodidaktisch zu erlernen begann. Wenig später folgte das Saxophon.

Schon sehr bald übte die traditionelle New Orleans-Musik eine starke Faszination auf Thomas aus. 1979 fuhr Thomas zum ersten Mal nach New Orleans, um dort die Musik an Ort und Stelle zu studieren. Während dieses Besuches und den folgenden jährlichen Reisen in die Geburtsstadt des Jazz hatte er die Gelegenheit mit vielen Veteranen der New Orleans-Musik wie Kid Thomas, Emanuel Sayles, Chester Jones, aber auch mit den jungen Vertretern dieser Musik wie dem legendären James Booker zu spielen.

1982 brach Thomas seine Promotion in deutscher Literatur ab, um in der Band von Lillian Boutté sein Glück als professioneller Musiker zu suchen. Während der vielen Jahre, in der Thomas Mitglied und Bandleader von Lillian Boutté and her Music Friends war, trat er auf fast allen bedeutenden Jazzfestivals Europas, der USA und auch Australiens, Neuseelands und Asiens auf. Zahlreiche Platten und CDs wurden eingespielt. Auf diesen ist Thomas unter anderem mit Edward Frank, dem genialen Pianisten aus New Orleans, der viele Jahre sein Mentor war, mit Lloyd Lambert, Doctor John, Jeanette Kimball und Humphrey Lyttleton zu hören.

In zunehmendem Maße wurde er auch als erfolgreicher Arrangeur bekannt. Auch viele seiner zahlreichen Kompositionen wurden mittlerweile auf CDs eingespielt und auch von anderen Künstlern interpretiert.

Wie kaum ein anderer Musiker in Europa ist er ein Vertreter der lebenden New Orleans-Musik. In New Orleans ist er innerhalb der Musikergemeinde hoch respektiert. Während sein Klarinettenstil nach wie vor durch die kreolische Schule eines Barney Bigards, Albert Nicholas oder Jimmie Noones geprägt ist, zeigt sein Saxophonspiel deutliche Einflüsse von Ben Webster, Charlie Parker, Gene Ammons und “Lockjaw“ Davies. Auch die großen New Orleans Rhythm & Blues Saxophonisten Lee Allen und David Lastie, mit welchem Thomas häufig spielte, haben ihn nachdrücklich beeindruckt. Später entdeckte Thomas seine Liebe für die traditionelle Musik Martiniques und besonders für die brasilianische Choro-Musik, die sein Spiel nachdrücklich inspiriert hat.