Gumbo Carioca

Gumbo Carioca

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  “Warum funktioniert das…? Es gibt eben einen Schlüssel, der alle Türen öffnet.
           Afrika!"
                                            - Dom Oliveira-
 

Gumbo ist eines der beliebtesten und berühmtesten Gerichte der kreolischen New-Orleans-Küche.  Der Name stammt von dem afrikanischen (Bantu-) Wort für Okra, ein Gemüse, das ursprünglich in jeder Gumbo verwandt wurde. Und obwohl gewisse Zutaten (wie die spezifische Brühe) notwendig dazugehören, gibt es Gumbo in vielen Variationen. Beinahe alles, was schmackhaft und essbar ist, könnte man irgendwann in einer Gumbo wieder finden.  Die Menschen aus New Orleans sind stolz auf ihre eigene Gumbo-Mischung, genau wie sie stolz auf die Mischung der Rassen und Kulturen und die verschiedener musikalischer Stile sind, für die Stadt am Mississippi so berühmt ist.

 Rio ist wie New Orleans ein Schmelztiegel unterschiedlichster ethnischer Gruppen:  Afrikaner, Portugiesen, Franzosen, Deutsche, Indios, um nur die wichtigsten zu nennen. Die Musik, die aus Rio kam und kommt, ist ein Produkt dieses bis heute andauernden historischen Prozesses der Verschmelzung von Völkern und Kulturen. Und die Menschen von Rio denken an genau dies wenn sie ihrerseits stolz sagen: „Eu sou um Carioca“ (ich komme aus Rio).

Nachdem die Creole Clarinets die Musik von New Orleans 40 Jahre lang gespielt, studiert und gelebt hatten, verliebten sie sich in die brasilianische Musik. Sie begannen Choro und Samba zu spielen. Und ohne es wirklich zu wollen, taten sie dies mit einer  New Orleans-Färbung. Als Thomas die ersten Male in Rio spielte, nannte man ihn deshalb „o alemão de Nova Orleans“, den Deutschen aus New Orleans. Die vor ihnen liegende Aufgabe hatte von nun an für  Thomas und Uli deutliche Formen angenommen: Man würde versuchen, mehr und mehr von der musikalischen Sprache Brasiliens zu verstehen, ohne dabei die „New Orleans-Identität“  aufzugeben.

 Während seiner ausgiebigen Aufenthalte in Rio lernte Thomas das Trio Perigoso kennen, eine Gruppe junger Brasilianer, die Choro spielten. Er befreundete sich mit ihnen und  lernte von ihnen. Während sie eines Tages  gemeinsam sowohl brasilianischer Musik als auch Jazz und Blues zuhörten, entstand plötzlich eine Idee: Wir haben versucht, eure brasilianische Musik mit einem New Orleans-Gefühl  zu interpretieren. Wie wäre es denn, New Orleans-Musik in der Art  und mit dem Groove Rio de Janeiros zu spielen? Wie wäre es mit …einer Gumbo Carioca?

Die ersten gemeinsamen Proben werden allen unvergesslich bleiben. Die jungen Brasilianer hatten noch nie etwas von Jelly Roll Morten, Sydney Bechet oder Kid Ory und nur sehr wenig von Louis Armstrong gehört. Und plötzlich versuchten sie deren Musik zu spielen. Und sie genossen jede Minute!
Seit dem Sommer 2014 ist die großartige Denise Gordon fester Bestandteil des "Gumbo Carioaca". Die Mitwirkung der englischen Sängerin mit karibischen Wurzeln ist ein einmaliger Glücksfall für die Musik und die Bühnenpräsenz der Gruppe und sowohl künstlerisch wie menschlich eine unerwartete zusätzliche Inspiration.

„Gumbo Carioca“ ist das Resultat eines andauernden Prozesses in der Hexenküche der Musik, eine Gumbo mit Zutaten zweier großer Musikkulturen. Gewürzt mit viel Liebe und einer Menge Spaß.

Dom Oliveira hat in einem Film die ersten Etappen des Projektes dokumentiert: http://www.youtube.com/watch?v=IB98i9f7kew

Seit Juni 2015 gibt es jetzt das Album "Gumbo Carioca". Hier ein kleiner Imbiss...Django Reinhardts "Douche Ambiance" als klassische Sanba:
https://soundcloud.com/gumbocarioca/douce-ambience
oder die Video-Version von Sidney Bechets "Si tu voi ma mére" als Mandolinen-Feature
https://www.youtube.com/watch?v=Pn67KJbYvOY

Sie können die CD hier ewerben:  http://www.creoleclarinets.com/en/media